Einbau CarPC


Was ist ein CarPC und was bringt es mir?
Das sind die häuftigsten Fragen, die immer im ersten Moment von den Leuten kommen.

Das Erste ist ganz einfach zu erklären:
CarPC ist ein im Auto eingebauter Computer mit den Fähigkeiten eines normalen HeimPCs.

Das erkärt auch die 2. Frage: Mit einem CarPC kann man natärlich dann auch das gleiche machen, wie zuhause, jedoch gibt es spezielle Oberflächen mit denen die nützlichen Funktonen speziell im Fahrzeugbereich einfach und schnell zu bedienen sind, ohne daß man sich - wie zuhause - durch Menüs klicken muß

Dazu zählen:
  • Übersichtliche einfache Bedienung des Handys
  • Telefonfreisprecheinrichtung
  • Nutzung des Handymodems für mobilen Internetzugang
  • einfach Steuerung externer Funktionen über Realiskarte etc.
  • Einbindung einer günstigen Webcam z.B. als Rückfahrkamera
  • OBDII, sprich OnBoardDiagnose
  • Datenlog der Fahrzeugdaten: Drehzahl, Geschwindigkeit, Sensordaten, etc.
  • Radio und TV z.B. über DVB-T
  • DVD Filme ansehen (keinenfalls während der Fahrt!)
  • MP3 Musik hören nicht zu vergessen

    Notwendige Komponenten

    Der PC:
    Ich habe mich für ein VIA Epia entschieden. Das Gerät ist mit einer größe von 17x17cm (mini-ITX) extrem klein, sparsam und besitzt alles notwendigen Funktionen eines PCs onboard.
    Eines der wichtigsten Funktionen für die spätere Einbindung ist ein RCA-Videoausgang - ein VGA-Signal kann ohne großen Aufwand nicht auf den Navi-Bildschrim gebracht werden.

    Stromversorgung:
    Da der PC später über das Kfz-Bordnetz betrieben werden soll (13,5V), benötigt man ein spezielles Netzteil.
    Lt. meinen Recherchen gibt es momentan nur ein wirklich gutes Netzteil - das PW M1-ATX der Firma Visual-Data, welches bei Ausschalten der Zündung den PC gesteuert herunter fährt und dannach komplett vom Netz trennt, damit er nicht im Standby die Batterie leer saugt.

    M1-ATX
    RAM- und Festplattenspeicher:
    Empfehlenswert ist - wie immer - je mehr desto besser. Gerade die Festplatte sollte nicht zu klein gewählt werden, wenn man später viele MP3s immer dabei haben möchte.

    Tastatur:
    Hier kommt eine normale Funk-Tastatur zum Einsatz. Der Empfänger kann später versteckt montiert werden. Besonders schmale Tastaturen passen in das Handschuhfach.
    Maus:
    Eine normale Maus im Auto zu betreiben ist etwas schwierig. Den Touchscreen "abzuzapfen" wäre ideal, aber leider funktioniert das nicht. Die beste Lösung ist meiner Ansicht nach ein Trackball auf bzw. in der Nähe der Mittelkonsole.
    Videodarstellung
    Um das Computerbild am Navi-Bildschrim darzustellen muß man einen kleinen Trick anwenden. Das Mainboard des Computers muß einen RCA-Ausgang haben (gelber Chich-Stecker) über den ein Videosignal für einen Fernseher ausgegeben werden kann. Im Bios kann man die Video-Norm dann auf NTSC umschalten wie sie im USA und eben Japan Standart ist. Um dieses Videosignal nun auf den Bildschirm zu bekommen benötigt man noch einen Konverter wie ich ihn schon in meinem Projekt Rearview einsetze.
    Um bei mir die Rückfahrkamera und den CarPC nutzen zu können habe ich mir einfach ein Umschaltrelais hergenommen das die darzustellende Videoquelle gewählt wird.
    Videoswitch eingenbau


    Einbau

    Zuerst muß der Einbauort festgelegt werden. Hierfür eignet sich natürlich am Besten der Raum unter dem Beifahrersitz. Bedingt durch die Mechanik in meinem Fahrzeug (Beifahrersitz hat mechanische Sitzverstellung) ist hier eine maximale Einbauhöhe von 5cm ohne Veränderung möglich. Ca.6,5cm Höhe erhält man wenn man den Tepich an dieser Stelle ausschneiden möchte. Breite und Tiefe können - je nach Platzbedarf für die Fondpassagiere - bei ca. 30x30cm liegen. Gehäuseanbau

    Zuerst wird der Computer mit der Stromversorgung auch vom Gehäuse her verbunden und die Kabel nach außen gelegt.
    Hierbei ist besonders zu beachten, daß besonders die Stromversorgungskabel nicht verletzt werden können. Im schlimmsten Fall könnte es sonst später zum Kurzschluß oder gar Kabelbrand im Auto kommen.


    Um Platz zu sparen kam eine 2,5'' Festplatte über einen Adapter zum Einsatz. PCkomplett

     

    Die Bedienelemente für das Ein und Ausschalten, sowie das Umschalten der Videosignale sollten möglichst unauffällig montiert sein, so daß das der CarPC- Einbau bei oberflächlicher Betrachtung nicht auffällt.
    Als Einbauort für diese Funktionen, sowie die Möglichkeit temporär USB- Geräte anzuschließen, wurde der Aschenbecher ausgewählt. Ist der Deckel zu sind die Bedienelemente verdeckt.

    Hierzu mußte eine Blende angefertigt werden, welche exakt die Form des Faches abbildet.
    Dort wurden nachfolgend die Ausschnitte angelegt für:


    Nachfolgend das ganze verdrahtet und mit Stecker versehen.
    Der Einsatz eines Steckers bedeutet zwar einen gewissen Mehraufwand allerdings empfehle ich dies dringend, da bei allen (Service-) Arbeiten an der Mittelkonsole der Aschenbecher entfernt werden muß.

     

     

     

     

     

     


    Software

    Nach langen Recherchen habe ich für die Bedienoberfläche cPos unter Windows entschieden.
    Das Ziel den CarPC unter Linux laufen zu lassen scheiterte daran, daß es momentan keine gute Bedienoberfläche für CarPCs gibt.
    Einzig LinuxICE konnte ich für diese Anforderungen finden. Dieses System steckt aber noch in den Kinderschuhen und muß noch ein ganzes Stück weiter entwickelt werden.
    Zuhause wurde das System erst einmal grundsätzlich eingerichtet und nachfolgend in das Auto eingebaut.

    cPos bietet eine Menge Möglichkeiten den Computer im Auto zu nutzen. Hier sind nur kurz die wichtigsten Funktionen aufgelistet - die Gesamtvielfalt ist viel größer:

    In meinem Fall habe ich ein Skin gewählt in welches das Honda- Logo integriert werden kann.

    cPos Meidaplayer

     

     

    Bei der Installation von Windows sollte darauf geachtet werden, die VIA-Treiber zu istallieren, damit die Funktonen auch genutzt werden können. Die Funktion Ruhezustand nach Drücken des Power-Tasters sollte aktiviert werden, damit ein Neustart nach dem Einschalten der Zündung nicht notwendig wird.

    Leider hat Windows oder auch die Via-Treiber ein paar großen Bugs.

    -  Wegen der Nachtsichtfunktion der Rückfarhrkamera ist der Video-Konverter heller eingestellt. Um dies auszugleichen ist der Videoausgang des CarPCs dunkler eingestellt und der Kontrast erhöht. Leider Vergißt dies Windows jedes Mal nach den Neustart, weshalb die Darstellung überbelichtet ist

    - Die Position der Oberfläche muß manuell korrigiert werden, damit diese Mittig auf dem Navi-Bildschirm zu sehen ist. Leider wird auch dies sogar schon beim Aufwachen aus dem Ruhezustand vergessen.

    - Windows hat Probleme meinen Bluetooth- Stick nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand korrekt zu erkennen. Bleibt dieser Angesteckt, reagiert das System extrem träge auf Mausbewegungen und Klicks.

    Aus diesem Grund arbeite ich momentan daran, doch Linux ohne dieser Schicken cPos Oberfläche zum Laufen zu bekommen. Wenn dies geschafft ist gibt es ein Update dieser Seite.

     


    Fertiges System

    Nachdem alles eingebaut und miteinander Verdrahtet ist, siehe dies am Ende wie folgt aus: